Schlappohren

Machen die Ohren schlapp? Dann hilft Verständnis.

Wir Schwerhörige leben mit einer Kommunikationsbehinderung. Moderne Hörgeräte und technische Hilfsmittel helfen zwar, sie gleichen aber nicht alle Folgen der Schwerhörigkeit aus. Das Hören und Verstehenwollen ist anstrengend – und verunsichernd. Man weiß ja nie, ob man nun wirklich alles Wichtige verstanden hat.

  • Guthörende in unserem Umfeld können es oft nicht nachvollziehen. Ob im Beruf oder in der Familie und bei Freunden – die Behinderung ist unsichtbar und wird leicht vergessen.
  • Schwerhörige und Ertaubte müssen es deshalb immer wieder von Neuem erklären und an ihre Bedürfnisse erinnern. Das kostet Überwindung.
  • Wenn sich Missverständnisse und Frust häufen, fühlen sich schwerhörige Menschen immer öfter isoliert.

Hier setzt die Selbsthilfe an – von Betroffenen für Betroffene. Es ist unsere Erfahrung, dass die Gemeinschaft und der Austausch mit anderen Betroffenen für den Alltag stärken. Manchmal schon allein durch die Tatsache, dass wir untereinander gar nicht mehr viel erklären müssen.

Noch ein Wort zu Schlappohren:

Es ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, sich selbst ein Schlappohr zu nennen. Aber es ist auch entspannend. Wo Schwerhörige unter sich sind, hat sich dieser Begriff etabliert.