Gebärde des Jahres 2018: „Cinemapraph“

Seit vielen Jahren wird jährlich das „Wort des Jahres“ gekürt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. wählte im vergangenen Dezember das Wort „Heißzeit“ als Wort des Jahres 2018. Die Wortbildung umspannt damit sowohl den heißen Sommer 2018 als auch den Klimawandel. Mehr dazu unter „Wort des Jahres 2018 – Heißzeit“ .

In Anlehnung an diese langjährige Tradition kürt das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH (BBW) seit nunmehr sechs Jahren die Gebärde des Jahres.  Aus über 50 eingereichten Gebärdensprachvideos wählte die Jury im Dezember letzten Jahres „Cinemapraph“ als Gebärde des Jahres 2018. „Cinemagraph“ bezeichne laut Wettbewerbsteilnehmer und Einreicher der Gebärde Dominik Nimar ein Standbild, in dem sich etwas bewegt, also eine Kombination aus Foto und Video. Die linke Hand werde dabei zur Faust geballt und stillgehalten. Das solle das Standbild darstellen. Dahinter werde die rechte SCH-Hand als bewegtes Element, also als Video verwendet.

Auf den zweiten Platz schaffte es die Gebärde „baff“ und auf den dritten Platz die beiden Gebärden „Leidenschaft“ und „sich nicht unterkriegen lassen“. Die Videos dazu zeigt das BBW auf seiner Facebook-Seite www.facebook.com/BBWLeipzigGruppe.

Lächeln ist ein guter Anfang: Körpersprache und Kommunikation

Workshop-Bericht / 2016

Kommunikation lebt nicht nur von Worten. Körpersprache, Mimik, Gestik gehören zu unseren zwischenmenschlichen Begegnungen. Doch was heißt es, wenn ein Mensch die Augenbraue hochzieht oder die Nase rümpft oder den Kopf hängen lässt? In einem Seminar Anfang November 2016 mit dem Pantomimen JOMI konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Selbsthilfegruppe Schwerhörige und Ertaubte Heidelberg, kurz die „Schlappohren“, bewusst mit der Sprache des Körpers auseinandersetzen und Impulse für ihre Beobachtungsgabe mitnehmen. Das halbtägige Seminar wurde von der AOK Rhein-Neckar-Odenwald gefördert.

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Gebärdensprache und Fingeralphabet

Gebärdenkenntnisse  bieten Unterstützung bei der Kommunikation.  Mundbild, Mimik und Körpersprache bieten visuelle Unterstützung – und mit Gebärden können Oberthemen und einzelne Wörter einer Unterhaltung geklärt werden. Je mehr Menschen Gebärden einsetzen und verstehen, desto besser.

Wer als hörgeschädigter Mensch selbst Gebärden einsetzt, macht die Hörschädigung sichtbar und erinnert das Umfeld an die eigenen Bedürfnisse.

Um Gebärden zu erlernen, gibt es vielfältige Möglichkeiten: Bei der Volkshochschule, bei Gebärdensprachschulen, zum Schnuppern auch Online-Videos. Zu unterscheiden sind dabei die Deutsche Gebärdensprache (DGS) und Lautsprache begleitende Gebärden (LBG).

  • DGS ist die eigenständige Sprache der Gehörlosen in Deutschland, mit eigenen Vokabeln, Satzbau, Grammatik.
  • LBG begleiten die deutsche Lautsprache und unterstützen die Kommunikation zwischen schwerhörigen und guthörenden Menschen.

Einstimmung in natürliche Gebärden

Machen Sie es doch einmal wie im Urlaub, wenn Sie die Fremdsprache nicht so gut können. Dann reden wir mit Händen und Füßen. Probieren Sie es aus:

  • Daumen hoch oder runter,
  • eine deutliche Mimik wie Lächeln (Strahlen) oder hochgezogene Augenbrauen oder Stirnrunzeln ist sehr aussagekräftig
  • für Essen und Trinken fällt Ihnen sicherlich etwas ein, oder?
  • oder für Autofahren, Motorradfahren, Radfahren
  • oder Kälte, Frieren und Schwitzen

Mehr zu visuellen Hilfen wie z.B. Gebärden in der Kommunikation finden Sie unter dem externen Link Visuelles Denken.

Einstieg ins Fingeralphabet

Mit dem Finger-Alphabet kann man z. B. Eigennamen buchstabieren, oder Städtenamen, abstrakte Begriffe, die man nicht herleiten kann.  Das kann in geräuschvoller Umgebung hilfreich sein oder wenn die schwerhörige Person gerade keine Hörgeräte trägt (z. B. im Krankenhaus).

Hier ist ein Link zum Deutschen Fingeralphabet  und unter unter Fakoo.de gibt es auch ein sehr gutes Online-Training und weitere Informationen zum Fingeralphabet.