Wenn Künstler eine riesige Gebäudewand gestalten, kann es wenige Tage oder bis zu zwei Wochen dauern, bis ihr Werk fertig ist. Zu einigen solcher Murals in Mannheim erfuhren Mitglieder der SHG Schlappohren an einem heißen Juni-Abend interessante Details. Die notwendige Hörtechnik für gutes Verstehen stellte die Mannheimer Behindertenbeauftragte Ursula Frenz zur Verfügung, die auch die Führung begleitete.
Der Spaziergang am 30. Juni 2026 startete, angeleitet von zwei Mitarbeitenden der Alten Feuerwache, in der Innenstadt im Quadrat F6 mit dem Mural “My Superhero Power is Forgiveness” von dem Künstlerduo HERAKUT. Mit diesem Bild fing 2013 alles an. Seither kamen und kommen jedes Jahr weitere Kunstwerke hinzu, unterstützt durch die Stadt Mannheim, das Kulturamt, die Alte Feuerwache und u. a. durch Partner wie die GBG, die Gebäudeflächen zur Verfügung stellte. Inzwischen verzeichnet die Open-Air-Galerie Stadt.Wand.Kunst über 50 Standorte, insbesondere in den Quadraten, aber auch in weiteren Stadtteilen Mannheims. Die Künstler haben dabei sehr unterschiedliche Werke hinterlassen. Dieses Jahr ist zum ersten Mal auf dem Lindenhof ein Wandbild entstanden, ein weiteres im Jungbusch.
Einige wenige Künstler nutzen einen langen Pinsel und malen damit direkt auf die Wand, andere erstellen erst ein Raster ihres Designs, das sie dann in vergrößertem Maßstab an die Wand bringen. Zum Teil braucht es dann auch eine Arbeitsbühne, um hoch hinauf zu kommen. Auf unserem Rundgang in den Quadraten waren alle paar Schritte Kunstwerke zu entdecken, die mit sehr unterschiedlichen Techniken realisiert wurden und auch inhaltlich jeweils eine sehr eigene Wirkung erzielen. Manche Künstlerinnen und Künstler nutzen die markanten Gestaltungsmittel des Graffiti, manche bevorzugen gegenständliche oder poetische Bilder, oft werden persönliche und gesellschaftsrelevante Themen aufgegriffen. Die Führung endete an einem der neueren Murals, das von dem Künstler BLIND in Zusammenarbeit mit der Schloss-Schule Ilvesheim entstand und nicht nur aus bunten Worten, sondern auch ertastbarem Text in Braille-Schrift besteht.
Wer nun ebenfalls auf Entdeckungstour gehen möchte, kann mithilfe der Online-Karte das „Open Urban Art Museum“ auf eigene Faust in verschiedenen Mannheimer Stadtteilen besuchen – oder eine Führung mitmachen. Infos gibt es unter www.stadt-wand-kunst.de.












