Kurse, Schulungen, Weiterbildung für schwerhörige Menschen

Verschiedene Organisationen bieten Kurse für Menschen an, die schwerhörig oder ertaubt sind und ihre Situation verbessern möchten. Hier ein paar ausgewählte Angebote.

Die Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige bietet verschiedene Seminare mit dem Referent Jochen Müller an, z.B. einen Wochenkurs „Kommunikationsprobleme bei Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz – wie Inklusion umgesetzt werden kann“ – hierzu gibt es verschiedene Termine unter Wochenkurs glsh-stiftung.de.

Der Cochlea Implantat Verband Baden-Württemberg veranstaltet regelmäßig Seminare für Menschen an, die mit einem Cochlea Implantat versorgt sind wie z.B. CI-Technikworkshop, Trommelworkshop, Tango Argentino – und in diesem Sommer ein Seminar mit dem Pantomimen JOMI; Details siehe unter Termine civ-bawue.de.

Die Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e. V. (DHS) veranstaltet im Oktober einen Workshop zur Erlernung von Lautsprache begleitenden Gebärden (LBG) sowie ihr Herbstseminar zum Thema „Leben mit Höreinschränkungen“, Details siehe unter Veranstaltungen Hoerbehindertenselbsthilfe.de.

Kurse in Deutscher Gebärdensprache (DGS)

Die VIS-A-VIS Gebärdensprachschule in Mannheim bietet Kurse in DGS derzeit als Online-Kurse an, die nächsten Termine sind unter folgendem Link zu finden: vis-a-vis-gebaerdensprache.de

In Heidelberg bietet die Firma GebärdenVerstehen derzeit ihre DGS-Kurse ebenfalls online per Zoom an – hier die Terminvorschau www.gebaerdenverstehen.de Termine. Für Einsteiger und Interessierte gibt es dort auch einen Schnupperkurs online.

Weitere Kursangebote in DGS und teilweise auch für LBG gibt es u. a. auch bei der Abendakademie Mannheim sowie bei der VHS Heidelberg. Ein Online-Selbstlernangebot über Videos gibt es bei der Plattform Manimundo.

Online-Seminare EUTB Stuttgart

Ab Mai 2021 bietet der EUTB-Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Baden-Württemberg jeden 2. Freitag im Monat Online-Termine zu verschiedenen Themen an:

  • am 14. Mai geht es um die EUTB, ihre Aufgaben und Unterstützungsangebote,
  • am 11. Juni ist der Schwerbehindertenausweis das Thema,
  • am 6. Juli geht es um Fragen zum Teilhabeplan/Gesamtplan nach dem Bundesteilhabegesetz und
  • am 10. September soll es um Kommunikationstechniken gehen.

Um Anmeldung wird jeweils gebeten. Kontaktdaten der EUTB sind unter folgendem Link zu finden: https://stuttgart.eutb.de/dsbbw/

Unabhängige Beratung durch EUTB

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) bietet Unterstützung und Beratung zu Fragen der Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen, aber auch deren Angehörige. Die Beratung ist unentgeltlich. Häufig handelt es sich um eine Beratung von Betroffenen für Betroffene (engl. peer counseling).

In Mannheim haben die EUTB-Stellen beim Badischen Blinden-und Sehbehindertenverein in Mannheim, des Duha e. V., Verein für soziale Dienste, sowie des Förderband e. V. kürzlich einen gemeinsamen Flyer veröffentlicht: EUTB-Angebote in Mannheim.

In Heidelberg ist eine EUTB beim Heidelberger Selbsthilfebüro angesiedelt und bietet unter folgendem Link weitere Informationen: www.selbsthilfe-heidelberg.de/eutb/

Die Stiftung St. Franziskus bietet u. a. in Heidelberg eine EUTB mit den Schwerpunkten Blindheit und Sehbehinderungen, Gehörlosigkeit, Taubheit, Schwerhörigkeit: Beratungsstelle für Menschen mit Taubblindheit/ Hörsehbehinderung in Baden-Württemberg

EUTB-Stellen gibt es bundesweit. Unter der Webseite www.teilhabeberatung.de steht eine Suche nach Orten und Postleitzahlen zur Verfügung.

Hätten Sie´s gedacht?!? Heidelberger Filmprojekt zum Thema Vielfalt am Arbeitsplatz

Die Behindertenbeauftragte Christina Reiß hat mit der Filmemacherin Sia Friedrich-Eisenlohr mehrere Filme umgesetzt, die interessante Menschen mit Behinderungen aus Heidelberg vorstellen.

Unter dem Motto „Hätten Sie’s gedacht?!?“ räumen die Filme mit einigen Klischees auf. In einem Kurzfilm und ausführlicheren Filmporträts sieht man z. B. einen Musiker, der Konzerte gibt und Schlagzeug unterrichtet, eine Diplom-Kauffrau, eine Rechtsanwältin und weitere Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind. Auch Iris Landwehr hat an dem Projekt mitgewirkt, sie ist ertaubt und trägt 2 Cochlea-Implantate (CI). Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet als Audiotherapeutin an der HNO-Uniklinik Heidelberg und macht auch anderen Menschen Mut zum CI.

Kurzfilm und Einzelporträts sind unter folgendem Link unter der Seite der Behindertenbeauftragten von Heidelberg zu finden: Hätten Sie’s gedacht?!?

Angebote in Mannheim in Gebärdensprache

Gebärdencafé am Samstag, 13. März, 11 13 Uhr

Das Gebärdencafé richtet sich an Menschen mit Hörbeeinträchtigungen und Menschen, die die Gebärdensprache lernen und alle Interessierten. Die Treffen finden alle zwei Monate statt und werden von Gebärdendolmetscher*innen begleitet. Das Gebärdencafé findet in Zusammenarbeit mit der Abendakademie Mannheim und der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen und dem Gehörlosenverein Mannheim 1891 e. V. statt. Die Teilnahme ist kostenlos 

Während des Lockdowns findet die Veranstaltung mit dem Meetingtool Zoom statt. Nach der Anmeldung erhalten Interessierte einen Link per E-Mail.

Anmeldung und Informationen: stadtbibliothek.paedagogik@mannheim.de  oder g.steinbach@abendakademie-mannheim.de

Kurzfilm über Menschen im Ehrenamt

Beim Neujahrsempfang in Mannheim werden jedes Jahr Mannheimer*innen, Projekte und Initiativen geehrt, die sich ehrenamtlich in der Stadtgesellschaft engagieren. „Wir können unsere Stadtgesellschaft ohne Bürgerschaftliches Engagement gar nicht denken“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz beim Neujahrsempfang 2021. Der Film, der zu diesem Anlass gedreht wurde, zeigt die Vielfalt an ehrenamtlichen Projekten in der Stadt. Fünf Mannheimer*innen erzählen, wie sie sich einbringen und was sie motiviert.

Mit diesem Link gelangen Sie zum Kurzfilm mit Gebärdensprache auf Youtube.

Informationen zum Mannheimer Stadtarchiv

Das Marchivum hat nun Informationen sowohl in deutscher Gebärdensprache (DGS) als auch in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt:

Derzeit nur virtuelle SHG-Treffen

Das Heidelberger Selbsthilfebüro empfiehlt aufgrund der Infektionslage und der Ausbreitung der sehr ansteckenden Mutation des Coronavirus, dass Selbsthilfegruppen eher virtuelle Treffen abhalten.

Zur Information hat das Selbsthilfebüro den Link zur Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg beigefügt:
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/
 
Das Selbsthilfebüro Heidelberg schreibt:

„Aus der Übersicht der geschlossenen und offenen Einrichtungen oder Aktivitäten zum Lockdown zum 11.01.2021  https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Coronainfos/210108_Januar_2021_offen_geschlossen.pdf entnehmen wir, dass
 
„Selbsthilfegruppen geschlossen oder nicht möglich sind, allerdings in Ausnahmefällen erlaubt, wenn zwingend erforderlich und unaufschiebbar“
 
Selbsthilfegruppen zählen zur Sozialen Fürsorge und diese ist hier nochmals erwähnt, auf Seite 2 rechts:
https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Coronainfos/210108_Auf_einen_Blick_Lockdown_Januar_DE.PDF

Die Schlappohren werden daher in der nächsten Zeit keine persönlichen Treffen abhalten. Virtuelle Treffen haben wir bereits durchgeführt und planen weitere. Interessierte werden gebeten, die SHG per E-Mail unter shg@schlappohren-hd.de zu kontaktieren.

2020 – Ein seltsames Jahr geht zu Ende

So wenige Treffen wie dieses Jahr haben wir wohl noch nie gehabt.  

  • Im April und Mai fielen unsere Treffen wegen Corona aus.
  • Im Juni hatten wir unser erstes visuelles Treffen per Skype.
  • Im Juli, August und September haben wir uns draußen in der Bahnstadt getroffen.
  • Ende September trafen wir uns im Seniorenzentrum HD-Altstadt.

Danach fielen unsere Treffen wieder wegen Corona aus. Nicht einmal unsere Weihnachtsfeier konnten wir machen. Statt dessen hatten wir wieder ein lustiges, visuelles Treffen per Skype am 15.12. zum Abschluss dieses seltsamen Jahres.  

Hoffentlich können wir unser ausgefallenes Sommer-Ausflug nach Bad Dürkheim und das Seminar zum Thema „Audio und was dazu gehört“ im nächsten Jahr nachholen.  

🙂 Immerhin waren wir im Februar im Luisenpark bei den Winterlichtern.

Ab dem Sommer befassten wir uns mit der wichtigen Frage, wer die Nachfolge der SHG-Leitung übernehmen könnte und in welchen Räumlichkeiten wir uns künftig unter Einhaltung der Hygieneregeln treffen können. Gegen Ende des Jahres zeichnete sich ab, dass es ab 2021 ein Leitungsteam geben wird. Somit verteilt sich die Last der Aufgaben auf mehrere Schultern und ist für jede/n einzelne/n sicher leichter zu stemmen.  Die Raumfrage ist hingegen noch nicht gelöst, da wir uns nicht mehr im Seniorenzentrum treffen können.

Die SHG wünscht schöne und entspannte Weihnachtstage. Versucht die Zeit so gut es für euch geht zu gestalten und das Beste aus dieser besonderen Situation zu machen. Habt einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021, indem wir uns hoffentlich bald wieder wie gewohnt sehen können. Herzliche Grüße und bleibt gesund.

„Ich hör‘ wohl nicht richtig“ – Broschüre von REHADAT

Wie können Menschen mit einer Hörbehinderung möglichst gut am Berufsleben teilhaben? Das ist das Thema in der neuesten REHADAT-Broschüre mit dem Titel „Ich hör‘ wohl nicht richtig?!“. Die Veröffentlichung will helfen, Hörbeeinträchtigungen besser zu verstehen, und beschreibt Hilfsmittel und Möglichkeiten zur Gestaltung der Arbeit.

Hochrechnungen zufolge gibt es in Deutschland acht Millionen erwachsene Menschen mit einer so gravierenden Hörbeeinträchtigung, dass eine Hörhilfe oder medizinische Behandlung notwendig ist. Eine REHADAT-Befragung von Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit ergab, dass drei Viertel von ihnen herausfordernde Hörsituationen im beruflichen Alltag erleben. Gut die Hälfte fühlt sich nicht ausreichend zum Thema „Hörbeeinträchtigung und Beruf“ informiert. Immerhin kritisierte nur ein Viertel der Befragten eine wenig unterstützende Unternehmenskultur.

Die Ergebnisse sind in die neueste REHADAT-Wissensreihe eingeflossen. Die Broschüre beschreibt kommunikationsfördernde, organisatorische und technische Lösungsansätze, um Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse von Beschäftigten mit Hörbehinderung anzupassen.

Darüber hinaus erhalten Interessierte grundlegende Informationen über das Thema Hörbehinderung und deren Auswirkungen auf das Arbeitsleben, z. B. Informationen über die Arten von Schwerhörigkeit, Hörhilfen, Kommunikationsformen, den Grad der Behinderung, Arbeitsschutz und Barrierefreiheit. Ergänzt werden die Informationen durch drei Interviews aus dem beruflichen Alltag.

Die Broschüre schließt mit weiterführenden Hinweisen auf REHADAT (u. a. auf Praxisbeispiele, Hilfsmittel, Ansprechstellen, Urteile, Literaturhinweise) und externe Quellen.

Die REHADAT-Wissensreihe wendet sich an Unternehmen, betroffene Beschäftigte sowie alle Fachleute, die an der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder Erkrankung beteiligt sind.

In der neuesten Ausgabe der REHADAT-Wissensreihe ist die Broschüre „Ich hör‘ wohl nicht richtig sowie die Ergebnisse der Umfrage: www.rehadat.de/presse-service/publikationen.

Wochenkurs im November 2020: „Kommunikationsprobleme bei Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz – wie Inklusion umgesetzt werden kann“

Bei der Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige findet vom 9. bis 13. November 2020 ein Seminar statt, das sich mit der unsichtbaren Hürde in der Kommunikation zwischen Menschen mit Hörverlust und ihrer hörenden Gesprächspartner befasst: Häufig wissen beide Seiten relativ wenig über die nachteiligen Auswirkungen der Schwerhörigkeit.

Das Seminar mit dem Referenten Jochen Müller möchte lösungsorientierte Handlungsstrategien vermitteln. Es richtet sich an Arbeitnehmende mit einer Höreinschränkung, die lautsprachlich kommunizieren. In einem angeleiteten Lernprozess sollen die Betroffenen praxisorientiert im Wechsel von Präsentation, Arbeitsgruppen und Diskussionen zu einem akzeptierenden, selbstbewussten und verantwortungsvollen Umgang mit dem Hörverlust angeleitet werden.

Themenüberblick

  • Der Umgang mit dem eigenen Hörverlust: Hör-, Versteck- und Kommunikationstaktik
  • Stressmanagement: Hilfe zur Selbsthilfe
  • Arbeitsplatzanalyse und Erarbeitung von individuellen Bewältigungsstrategien
  • Möglichkeiten der externen Hilfestellung und individuellen Unterstützung

An dem Präsenzseminar können höchstens 8 Personen teilnehmen. Eine Anmeldung ist bis 26. Oktober 2020 möglich.

Weitere Informationen siehe auf der Veranstaltungsseite unter https://www.glsh-stiftung.de/portfolio-item/wochenkurs/

(Quelle: Jochen Müller und Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige)

Kommunikationsprobleme für hörbehinderte Menschen bei Maskenpflicht

„Bei Behördengängen muss man auf Verständnis und Hilfsbereitschaft der anderen Menschen hoffen, beziehungsweise ist darauf angewiesen“ und „Im ÖPNV bekommt man halt noch weniger mit, wenn man angesprochen wird“: In der Rhein-Neckar-Zeitung hat Nicole Braun, Sprecherin der SHG Schwerhörige und Ertaubte Heidelberg („Schlappohren“) Auskunft gegeben über die Schwierigkeiten in der Kommunikation, wenn das Gegenüber eine Gesichtsmaske trägt und man dadurch nicht vom Mund absehen kann. Die RNZ hat zu diesem Thema neben Nicole Braun auch einen Vertreter des Gehörlosenvereins Alt-Heidelberg und den Vater eines im Kindesalter ertaubten Sohnes befragt.

Hörbehinderte Menschen seien in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern zwar von der Maskenpflicht ausgenommen. Wichtig sei aber auch, dass z. B. Verkäufer oder Ärzte ebenfalls zeitweilig und ohne sich strafbar zu machen, ihre Maske abnehmen können, damit das Mundbild sichtbar wird. Als ideal wird das Tragen eines Visiers bezeichnet, das bereits in einigen Lebensmittelläden zu sehen sei.

Zum vollständigen Bericht in der RNZ vom 15. Mai 2020